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• Maximale internationale Arbeitsteilung (wie auch die vollständige Autarkie) ist nicht
erstrebenswert. 100% Handel würde bedeuten, dass alles exportiert wird, was
weltweit produziert wird, und alles importiert wird, was weltweit konsumiert wird.
• Wie gross ist das Ausmass des optimalen Handels?
• Soll Freihandel ohne Rücksicht auf Menschen- und Arbeiterrechte sowie
Umweltschutz durchgesetzt werden?
• Freihandel zwischen Ungleichen vergrössert die Ungleichheit. Länder mit geringerem
Entwicklungsstand sollten ihre Märkte nicht im gleichen Mass öffnen wie die reichen
Industrieländer. Besonders Entwicklungsländer leiden unter dem Konkurrenzdruck
der multinationalen Unternehmen; der lokale Schutz der Ökosysteme wird oft zu
wenig beachtet.
• Internationaler Handel kann die Ungleichheit innerhalb von Staaten vergrössern
(Wenige werden reicher, viele profitieren nicht). Freihandel ohne verbindliche
Umverteilungsmassnahmen vergrössert die soziale Ungleichheit.
• Freihandel mit freiem Kapitalverkehr kann als Hebel genutzt werden um z.B. Löhne,
Arbeits- und Umweltstandards oder Steuern abzusenken, weil sonst Konzerne
abwandern.
• Zunehmende Macht von transnationalen Konzernen (Bildung von Oligopolen, z.B. im
Pharma- und Saatgutbereich oder IT), Demokratie- und Freiheitsverlust. Die
Bedeutung einzelner Nationalstaaten nimmt ab.
• Doppelmoral der reichen Länder, da diese mit Zollschutzmauern und Subventionen
gross geworden sind. Ein ähnliche Entwicklung beobachtet man in China.
Grossbritannien war bis ca. Mitte des 19. Jahrhunderts, die USA bis ca. Mitte des 20.
Jahrhunderts protektionistisch ausgerichtet. Joseph Stiglitz: «Wir predigten
Freihandel und praktizierten Protektionismus.»
• Die Geschichte zeigt, dass Freihandel die Ausnahme und Protektionismus die Regel
war.
 
   
Frage: Welche Gedanken sollte man sich zur internationalen Arbeitsteilung machen?
Paket: Spezialthemen der VWL
 
 
   
 

 

 

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